Reiseblog

Reisebericht Korsika & Sardinien 2/2

Von den eindrucksvollen Gebirgszügen Korsikas ins ursprüngliche Italien nach Sardinien. Im ersten Teil dieses Berichts habe ich Ihnen über Korsika erzählt, der zweite handelt von meinen Erlebnissen im herrlichen Sardinien

Alghero, Hafen
Bosa
Tharros
Orgosolo, murales
Orgosolo, murales
Costa Smeralda

Im Anschluss an die Fährüberfahrt von Korsika nach Sardinien, die übrigens nur 45 min gedauert hat, wurden wir von unserer deutsch-italienischen Reiseleiterin empfangen und schlichteten ;-) uns gleich wieder in unseren Bus ein. Samuele, unser Chauffeur in Korsika ist uns auch für den Sardinienteil der Reise erhalten geblieben. (Man merkte, dass er sich gleich viel wohler fühlte – ob es nun an den weniger kurvigen Straßen lag oder einfach an seiner Heimat sei dahingestellt :-) ). Von Santa Teresa di Gallura fuhren wir Richtung Alghero, wo wir die folgenden drei Nächten verbringen würden.

Wenn ich mich an die Reise zurückerinnere, muss ich sagen, dass mir Alghero von allen Städten am besten gefallen hat. Es hat einfach alles, was man sich von einer Stadt wünscht: Hübsche Lage am Meer, entzückende Altstadt, gemütliche Lokale, schicke Geschäfte, schöne Kirchen und freundliche Menschen. Was ich sehr interessant gefunden habe, ist, dass die Algheresen katalanisch sprechen, denn Alghero war lange Zeit von den Spaniern besetzt. Die Kinder wachsen also zweisprachig auf – Italienisch und Katalanisch – praktisch!

Am nächsten Tag wartete ein weiteres uriges Städtchen auf uns, Bosa. Äußerst nett am Fluss Temo gelegen, besticht Bosa durch die bunten Häuserfassaden und das durchgängig antike Ambiente. Für mich persönlich war es wegen seiner ursprünglichen Erscheinung das zweite Highlight auf Sardinien und ich würde es keinesfalls auslassen, wenn ich nochmals auf die Insel komme. 

Obwohl, wenn ich gedanklich zu unserem nächsten Ziel weiterreise, wird mir bewusst, auf Sardinien gab es ständig Höhepunkte. Denn Tharros zog Mama und mich vollkommen in seinen Bann: Ein fast weißer Strand gesäumt von einer wildromantischen Felslandschaft, welche von rosa und weißen Blumen bewachsen ist, das in allen Türkistönen schimmernde Meer – Karibikfeeling pur. Es war so schön, dass die antike Ausgrabungsstätte fast ein bisschen in den Hintergrund rückte, wobei die Reste des einstigen Tempels zweifellos eindrucksvoll sind. 

Da fällt mir ein, ich habe zum Thema Essen noch gar nichts erwähnt. Das Abendessen nahmen wir immer im Hotel ein und obwohl wir nicht selbst auswählen konnten, hat uns das 3-Gänge-Menü jedes Mal wirklich gut geschmeckt. Da gab’s nichts zu meckern. :-) Morgens gab es stets ein Frühstücksbuffet, womit sowohl die Süßen unter uns als auch die Schinken-Käse-Frühstücker zufrieden waren.

Am letzten Tag vor der Abreise gelangen wir endlich an den Ort, von dem uns die Reiseleiterin schon die ganze Zeit vorschwärmte. Die Rede ist von Orgosolo, wo wir angeblich das richtige, originale Sardinien kennenlernen würden. Denn die Inselbewohner leben schließlich hauptsächlich von der Land- und Viehwirtschaft, Industrie ist kaum vorhanden. Das sollten wir in einem, zur Stadt Orgosolo gehörigen Dörfchen, selbst hautnah erleben. Als wir in einem waldähnlichen Gebiet ankamen, wurden wir äußerst herzlich von den Bauern empfangen, durften auf den, zu Bänken umfunktionierten, Baumstämmen Platz nehmen und auf unser Hirtenessen warten. „Idyllischer hätte es nicht sein können“, dachte ich, als ich feststellte, dass alles, was mich umgibt, Olivenbäume und freilaufende Schweinchen und Kühe waren. Dann wurden wir auch schon bewirtet: Jeder bekam ein Holzbrett, eine Holzgabel und ein Weinglas aus Ton und ummantelt von Kork (Korkeichen wachsen auf Sardinien sehr häufig.) Zu essen gab es vom Anwesen hergestellten Prosciutto, Ziegenkäse, typisch sardisches Brot, Lamm, Erdäpfel, Spanferkel und herrlichen Rotwein. „Alles auf einmal?“ denken Sie? Selbstverständlich nicht. Es waren drei Gänge :-) Ach ja, die Stadt Orgosolo besichtigten wir vor dem Hirtenessen. Besonders ist, dass die Fassaden der meisten Gebäude mit u.a. sozialkritischen Malereien geschmückt sind, ähnlich wie die murales in Mexiko. 

Krönender Abschluss unserer Sardinienreise war die Costa Smeralda, die wir noch am Abend desselben Tages besuchten. Hier treffen sich die Reichen und Schönen, hier residiert man in einer versteckten Villa mit eigenem Meerzugang, hier funktioniert alles ein bisschen anders (offenbar geht man z.B. mit einem Badeanzug aus Fell, den ich in einem Geschäft entdeckt habe, baden). :-) 

Was ist mein Fazit? Korsika und Sardinien sind wundervolle Inseln, an denen sich die Natur von ihrer schönsten Seite zeigt, wo Gebirge und Meer unmittelbar aufeinandertreffen. Beide Inseln sind definitiv eine zweite oder sogar dritte Reise wert.

22.06.2017, Anna A.